Das Ende einer Ära – Noya Berlin löst sich auf

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Seit 2007 war das Network of Young Altermondialists (Noya) ein bundesweites, an Attac angeschlossenes Netzwerk von jungen globalisierungskritischen Aktivist*innen, deren Praxis auf direkte Aktionsformen und Bildungsarbeit fokussiert war. Der Kontakt zwischen den Gruppen ging allerdings mit der Zeit verloren und so arbeitete Noya Berlin in den letzten Jahren relativ autark. Noya stellte einen Anlaufpunkt für junge Menschen dar die noch kaum politisiert waren und politisch aktiv werden wollten. Noya Berlin gab einerseits den Raum und die Möglichkeit sofort politisch zu intervenieren, mit Demos, Veranstaltungen etc. und andererseits durch interne Bildung und Diskussion aber auch durch den Kontakt mit anderen linken Gruppen und Bündnisarbeit die eigenen politischen Positionen zu entwickeln. Diese Offenheit der Gruppe war einerseits eine Stärke und andererseits eine Schwäche. Die politische Diversität in der Gruppe ermöglichte einen regen Austausch der Ideen, aber blockierte andererseits in vielen Fällen eine einheitliche, klare Positionierung zu aktuellen Themen sowie einen gemeinsamen Aktionskonsens. Der niedrigschwellige Einstieg ermöglichte vielen den Einstieg in die politische Arbeit, hatte jedoch auch eine große Fluktuation der Mitglieder und damit eine immer wiederkehrenden Abriss der Organisationsstruktur zur Folge. Viele der Menschen die sich bei Noya politisierten, setzten ihre politische Arbeit in Zusammenhängen fort die homogener der nun entwickelten politischen Position entsprachen. Diese hohe Fluktuation setzte einen steten Zufluss von neuen motivierten Mitgliedern voraus. Im Verlauf des letzten Jahres konnte ein solcher Zufluss nicht mehr gewährleistet werden. Die Zahl der aktiven Mitglieder sank stetig. Mit ihr sank die allgemeine Aktivität der Gruppe und dadurch auch ihre Attraktivität für neue Mitglieder.

Dies sind die Umstände unter denen wir als Noya Berlin nun beschlossen haben einen Schlussstrich zu ziehen. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und haben Noya viel zu verdanken. Zusammen haben wir die EZB in Frankfurt belagert, den G7 Gipfel in Elmau gestört, in Berlin unsere Meinung zu strukturellen und Tagespolitischen Themen auf die Straße getragen, Soli-Aktionen für Geflüchtetenaktivist*innen organisiert sowie uns und andere mit Diskussionsveranstaltungen weitergebildet. Auch wenn sich Noya Berlin nun auflöst, werden wir den Kampf gegen Kapitalismus, Rassismus und Sexismus weiterführen! Wir werden einerseits eine gewisse Vernetzungsstruktur aufrecht erhalten, wie den monatlichen Kneipenabend in der Baiz, bei dem zusammen diskutiert und Aktionen geplant werden können. Weiterhin werden wir unsere Arbeit in verschiedenen anderen Zusammenhängen weiterführen und für ein gutes Leben für alle kämpfen.

Der Kampf geht weiter! Wir sehen uns auf der Straße!

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